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Juli 2010 | NaturNes NaturNes
NaturNes: Beikost im Plastikbecher ist sicher
Interview mit Professor Langowski vom IVV zur Untersuchung der NaturNes-Verpackung

Frankfurt, 8. Juli 2010 - NaturNes ist in Deutschland das erste Beikostprodukt, das komplett im Plastikbecher angeboten wird. Der Hersteller Nestlé wollte bereits lange vor der Markteinführung im Mai 2009 absolut sicher sein, dass die neue Kunststoffverpackung für Babys zuverlässig ist. Die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen waren dem Unternehmen nicht genug. Daher hat Nestlé das Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) beauftragt, die Kunststoffverpackungen von NaturNes zu testen. Über die Ergebnisse dieser Untersuchung sowie über das neue NaturNes Verfahren äußert sich Professor Dr. Horst-Christian Langowski. Er ist Institutsleiter des IVV, einer unabhängigen Forschungseinrichtung in Freising.(1)

Mit NaturNes hat Nestlé einen speziellen Herstellungsprozess für die Baby-Beikost entwickelt. Was ist an diesem Verfahren neu?
Neuartig sind zwei Verfahrensschritte: Die Zutaten werden einzeln dampfgegart und erst danach zusammengefügt. Das Besondere beim NaturNes Verfahren ist aber die kaltaseptische - also keimfreie - Abfüllung ohne Erhitzung der Verpackung. Der Kunststoffrohling für die Verpackung wird in steriler Umgebung geformt, die Baby-Kost kurz hoch erhitzt, wieder abgekühlt und erst dann in den Kunststoffbecher gefüllt. Der gesamte Prozess läuft im keimfreien Raum ab. Das unterscheidet das NaturNes Verfahren von dem anderer Hersteller, die auf das traditionelle Retortsystem zurückgreifen, bei dem man die Packung zusammen mit dem Lebensmittel erst nach dem Verschließen erhitzt und damit eine höhere Temperaturbelastung des Lebensmittels verursacht.

Warum muss die Kost überhaupt erhitzt werden?
Um die Babynahrung steril zu machen. Hierbei werden Mikroorganismen wie Bakterien abgetötet. NaturNes ist dadurch zirka ein Jahr haltbar.

Welche Vorteile hat das neue Herstellungsverfahren im Vergleich zum traditionellen Retort-System?
Bei den üblichen Herstellungsverfahren wird die Nahrung in der Verpackung bis zu einer Stunde stark erhitzt und damit sterilisiert. Geschieht dies in einer Kunststoffverpackung können unerwünschte Bestandteile aus der Verpackung migrieren, das heißt in das Lebensmittel eindringen. Je höher die Temperatur, desto stärker eine mögliche Migration. Um dies zu vermeiden, vor allem aber, um durch die niedrigere Temperaturbelastung eine bestmögliche Produktqualität zu gewährleisten, haben die Nestlé-Forscher das Verfahren der kaltaseptischen Abfüllung speziell auf die Babynahrung optimiert: Bei der NaturNes-Beikost wird das bereits sterile Lebensmittel in die sterile Verpackung gefüllt. Auf eine nachträgliche Wärmebehandlung kann verzichtet werden. Dadurch wird die Migration fast auf Null herabgesetzt. Dies konnten wir in unserer Untersuchung nachweisen.

Ist die Kunstoffverpackung sicher, wenn Eltern die Nahrung zu Hause darin erhitzen?
In jedem Fall, egal ob in der Mikrowelle oder im Wasserbad. Auch das haben wir überprüft. Die Temperaturen sind außerdem wesentlich geringer als bei der Hitze-Sterilisation des traditionellen Retort-Systems. Zudem verwendet Nestlé für seine NaturNes-Produkte ausschließlich Verpackungen aus Polypropylen. Es eignet sich besonders für Babynahrung, da es ein Kunststoff ist, der völlig ohne Weichmacher auskommt.

Produziert Nestlé die Verpackung selbst?
Nestlé hat die Verpackungsform zusammen mit Spezialisten entwickelt. Die Lieferanten müssen für die NaturNes Verpackung „Certificates of Compliance" (COC) vorweisen. Diese Zertifikate bestätigen, dass alle gesetzlichen Richtlinien erfüllt werden. Beispielsweise darf die Verpackung keine giftigen Stoffe enthalten, die Eltern und Kind schädigen könnten. Zudem ist nicht erlaubt, dass das Lebensmittel in seinen organoleptischen Eigenschaften wie Geruch, Farbe oder Geschmack verändert wird.

Warum hat Nestlé Sie beauftragt, die Kunststoffbecher zu untersuchen, obwohl es diese gesetzlichen Richtlinien gibt?
Die Produktsicherheit hat für Nestlé generell oberste Priorität. Bei Babynahrung hat sich das Unternehmen sogar strengere Kriterien auferlegt, als es das Gesetz erfordert. So konzentriert sich Nestlé bei der NaturNes Verpackung auf einen Migrations-Höchstwert von zehn Milligramm pro Kubikdezimeter. Vorgeschrieben für die Gesamtmigration ist dagegen ein Höchstwert von 60 Milligramm. Wir haben überprüft, ob der strengere Anspruch auch tatsächlich realisiert ist. Um sicher alle Einzelsubstanzen im Kunststoff erkennen zu können, haben die Forscher unseres Instituts die Becher in einer Extraktionsstudie Extremsituationen ausgesetzt, bei denen alle Begleitsubstanzen herausgelöst werden. Zusätzlich haben wir die Liste der Inhaltsstoffe geprüft, die die Verpackungshersteller Nestlé vorgelegt haben. Anschließend haben wir die Migration ermittelt, also festgestellt, was unter realistischen Bedingungen tatsächlich aus der Verpackung ins Lebensmittel übergehen kann.

Was meinen Sie mit Extraktionsstudie?
Bei einer Extraktionsstudie wird das zu prüfende Verpackungsmaterial unter klar definierten Bedingungen einem siedenden Lösungsmittel ausgesetzt, welches dann alle darin löslichen Stoffe aus der Verpackung herauslöst, also extrahiert.

Ist diese unbedingt erforderlich, um Informationen zur Migration zu erhalten?
Ja. Denn zunächst muss geklärt werden, welche Stoffe theoretisch migrieren könnten. Dazu sind Extrembedingungen nötig: Das Lösungsmittel Dichlormethan wird bei 39°C zum Sieden gebracht und quillt dabei den Kunststoff auf. Es extrahiert über mehrere Tage alle löslichen Stoffe aus dem Kunststoff. Auf diese konzentrieren wir uns in der anschließenden Migrationsstudie. Auch hier wird der Becher Bedingungen ausgesetzt, die es im normalen Haushalt nicht gibt.

Verwendeten Sie in der Migrationsstudie das Produkt selbst?
Nein. Migrationsstudien werden grundsätzlich mit Lebensmittel-simulanzien durchgeführt, um störende Faktoren auszuschließen, die zu Analyseproblemen führen könnten. Dabei muss man Stoffe verwenden, in denen sich die Substanzen möglichst genau so gern lösen wie in den Lebensmittelbestandteilen. Wir haben dreiprozentige Essigsäure und 95-prozentiges Ethanol verwendet. Damit wurden Becher, Deckel und Membran getestet, da diese Bestandteile direkt mit dem Produkt in Kontakt kommen. Mit der verdünnten Essigsäure simuliert man saure Lebensmittelbestandteile, wie sie in Apfelpüree zu finden sind. Ethanol (normaler Alkohol) verhält sich ähnlich wie Fette oder Pflanzenöle.

Inwieweit haben Sie die kaltaseptische Abfüllung des NaturNes Verfahrens berücksichtigt?
Hohe Versuchstemperaturen, wie 121 Grad über 60 Minuten bei der klassischen Retort-Sterilisation, sind nicht erforderlich. Bei NaturNes muss das Produkt ja nach der Abfüllung in den Becher nicht mehr erhitzt werden, da es bereits steril eingefüllt wurde. Um die anschließende Lagerung bei Handel und Verbraucher verkürzt nachzustellen, werden die Proben dann über zehn Tage bei 40 Grad gelagert, wie es auch bei Produkten aus der klassischen Retort-Abfüllung zur Simulation der Lagerung durchgeführt werden muss. Wir haben in einer zusätzlichen Untersuchung Becher, Deckel und Membran den Lebensmittel¬simulanzien außerdem für zwei Stunden bei 70°C ausgesetzt.

Was haben Sie hier konkret analysiert?
Nach der Lagerung der Lebensmittelsimulanzien im Becher haben wir nach den Stoffen gesucht, die in der Extraktionsstudie unter Extrembedingungen aus dem Becher gelöst wurden. Denn uns war ja bekannt, was theoretisch migrieren kann. Nun wollten wir wissen, ob dies auch tatsächlich passiert. Die Analyseergebnisse wurden mit den rechtlichen Anforderungen, wie sie in den EU Richtlinien festgehalten sind, verglichen.

Welches Fazit ziehen Sie?
Unsere Analytik ist inzwischen so empfindlich, dass wir auch geringste Spuren von Verunreinigungen finden, selbst wenn sie weit unter den Werten liegen, die von der EU als unbedenklich vorgegeben werden. Bei NaturNes haben wir festgestellt, dass alle in den Simulanzien gemessenen Stoffmengen in einem analytisch kaum nachweisbaren Bereich liegen. Die von der EU vorgegebenen Werte werden weit unterschritten.

(1) Professor Dr. Horst-Christian Langowski:
Leitung FraunhoferInstitut für Verfahrenstechnik und Verpackung, Giggenhauser, Straße 35, 85354 Freising,
sowie
Lehrstuhl für Lebensmittelverpackungstechnik, Technische Universität München, Wissenschaftszentrum Weihenstephan, Weihenstephaner Steig 22, 85350 Freising-Weihenstephan

Pressekontakt:
Jutta Bednarz
Pressesprecherin Ernährung und Gesundheit
Nestlé Deutschland AG
Lyoner Straße 23
60523 Frankfurt am Main
Tel: 069-6671 3740
Mail: Jutta.Bednarz@de.nestle.com
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NaturNes Apfel Banane



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Baby beim Essen



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